Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Eines unserer Leitsprüche und sicherlich eines unserer Hauptaufgabengebiete ist die Kontrolle von erbrachten Bauleistungen. Jedoch beschränkt sich die Kontrolle hierbei nicht nur auf die fachgerechte Ausführung der Arbeiten selbst, sondern im Wesentlichen geht es hier auch um die Kontrolle von abgerechneten Bauleistungen, sprich der gestellten Rechnungen. Aus Erfahrung heraus können wir sagen, dass die meisten der von uns kontrollierten Abrechnungen fehlerhaft waren, und zwar fast immer zum Nachteil der Auftraggeber. Je höher die Rechnung, desto größer die Differenz!

Doch wodurch kommt dieser Unterschied zustande? Handelt es sich um Betrug oder schlichtweg um Fehler beim „abschließenden Aufmaß“? Sowohl als auch muss wohl die abschließende Antwort hierzu lauten, wobei die betrügerischen Absichten aber sicherlich eher die Ausnahme als die Regel darstellen. Der größte Unterschied kommt meist dadurch zustande, dass die abgerechneten Massen oftmals vom Unternehmer nur „Pi mal Daumen“ geschätzt werden, Stundenzettel eher auf als abgerundet werden, oder das gekaufte Material       (wobei auch mal das ein oder andere auf anderen Baustellen verwendet wird) als Abrechnungsgrundlage genommen wird. Handwerker sind halt keine Buchhalter und manchmal sollte man auch „fünf gerade“ sein lassen. Gerade kleinere Handwerksbetriebe legen hier nicht so viel Wert auf die exakte Abrechnung der Massen, oftmals werden kleinere Arbeiten dafür in den Rechnungen wiederum nicht berücksichtigt, also gar nicht berechnet. So hebt sich das unter Umständen zu viel berechnete wieder gegen nicht berechnete Arbeiten und Leistungen auf.

Doch es gibt leider auch die Kehrseite der Medaille, und zwar die Firmen und Personen die schnell mal ein paar Quadratmeter hinzu addieren, Arbeiten berechnen die nie gemacht wurden, oder Materialien auflisten und berechnen die nie verwendet wurden. Als Sachverständiger nehme ich das Wort Betru… nicht gerne in den Mund, manchmal scheint es aber mehr als nur angemessen. So wie in einem unserer letzten Fälle. Von insgesamt 15 Rechnungen waren alle fehlerhaft! Teilweise waren die Rechnungen bis zu 40 % überhöht. Ein Gesamtschaden für den Kunden in Höhe eines gehobenen Mittelklassewagens. Und zu allem Überfluss waren die geleisteten Arbeiten wortwörtlich unter aller Sau, oder wie wir Sachverständigen so gerne sagen: „Die durchgeführten Arbeiten entsprechen nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik oder den bekannten Normen“! Wie auch immer man es sagen mag, der leidtragende ist der Kunde, der dem „Handwerker“ voll und ganz vertraute.

Wie gesagt, eher die Ausnahme als die Regel. Der Großteil der Handwerksfirmen leistet eine gute Arbeit und ist sicherlich als vertrauenswürdig zu erachten. Ein gewisses Maß ein Misstrauen ist aber sicherlich manchmal angebracht.

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