Schimmel – „Der Feind in meinem Haus“ – Teil 2

Stachybotrys Chartarum – Der „Star“ unter den Schimmelpilzen

1931 wurde er zum ersten Mal in der Ukraine gesichtet und dokumentiert, 1986 wurde er berühmt mit den sog. „Cleveland Babys“. Stern TV, Schreinemakers live und viele andere haben über ihn berichtet, und auch wir haben ihn fast alle schon zu Gesicht bekommen: Stachybotrys Chartarum – der berühmteste und berüchtigtste unter den Schimmelpilzen.

Berühmt und gleichzeitig berüchtigt wurde er in Cleveland Ohio. Dort wurde er 1986 mit dem Tod von 10 Kindern in Verbindung gebracht, wobei eines der Kinder nachweislich durch eine von diesem Schimmelpilz ausgelöster Lungenblutung starb. Über eine Klimaanlage wurden die Schimmelpilzsporen verbreitet, die das Kind in größeren Mengen einatmete und der hohe Mycotoxingehalt (Pilzgifte) von Stachybotrys Chartarum führte dabei zu den Vergiftungserscheinungen und dann zum Tod.

Durch den hohen Mycotoxingehalt dieses Schimmelpilzes, ist dieser Pilz – als einer der wenigen – besonders kritisch zu betrachten, wenn er in Innenräumen gesichtet bzw. festgestellt wird.

Da der Schimmelpilz einen hohen Feuchtigkeitsanspruch hat, kommt er fast ausschließlich im Zusammenhang mit Rohrbrüchen, Wassereintritten durch Bauwerksschäden, Überschwemmungen und Überflutungen etc. vor. Aber auch unter für den Schimmelpilz günstigen Vorraussetzungen ist er in der Lage sich darüber hinaus zu entwickeln. Dafür benötigt er lediglich eine hohe Luftfeuchtigkeit von 70-80 %, und eine für ihn optimale Wachstumstemperatur zwischen 23 und 27 ° Celsius, also hervorragende Bedingungen auf Mallorca. Als Nährboden bevorzugt er vor Allem zellulosehaltige Baustoffe wie z. B. Gipskartonplatten oder Tapeten, die gerne als Wandverkleidungen vor bereits durch Feuchtigkeit gezeichnete Wände gesetzt werden. Dass dies nicht unbedingt empfehlenswert ist, zeigt hier das oben aufgeführte Beispiel.

In den häufigsten Fällen zeigt sich der Stachybotrys als eine Schleimsubstanz mit schwarzer bzw. dunkelgrauer Färbung, speziell auf Gipskartonplatten in Form einer schwarzen Rußschicht. Da die Schimmelpilzsporen aufgrund des Schleimkörpers schlecht flugfähig sind, wird er selten in der Raumluft oder bei Staubprobenanalysen festgestellt. Ist er aber erst ausgemacht, beginnen hier die Schwierigkeiten bei der Sanierung. Sobald die Feuchtigkeitsursache erkannt und behoben wurde, er keinen Nachschub an Feuchtigkeit erhält, trocknet er aus und die Sporen lösen sich vom Körper.

In unserem Beispiel handelt es sich um eine abgehangene Gipskartondecke in einem Keller in Camp de Mar. Durch eine defekte Terrassenabdichtung ist bei starkem Regen Wasser in die Decke und somit in den Gipskarton eingetreten. Innerhalb kürzester Zeit ist die gesamte Decke in 2 Zimmern von dem Schimmelpilz befallen worden. Neben der Behebung der Ursache für den Wassereintritt ist die Schimmelpilzsanierung schnellstmöglich zu veranlassen. Bei der Sanierung sollte man unbedingt auf einige Punkte größtmöglichen Wert legen:

– das Tragen von geeigneter Schutzkleidung

– das Abschotten von nicht kontaminierten Räumen mittels Staubschutzwänden

– das sorgfältige Verpacken von befallenem Material in möglichst luftdichten Säcken,

– nach der erfolgten Demontage der kontaminierten Materialien muss eine Endreinigung stattfinden.

 

Gerade aber bei großflächigem Befall von jeglichen Schimmelpilzen – insbesondere von stark toxischen – sollte eine Sanierung durch eine Fachfirma erfolgen!

Fazit: Gerade in Bereichen hoher Feuchtigkeiten (Keller, Badezimmer etc.) ist die Wahl geeigneter Materialien gesundheitsfördernd und schonend für den Geldbeutel!

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