Schimmel – „Der Feind in meinem Haus“ – Teil 1

Schimmelpilze sind ein natürlicher Teil unserer Umwelt und kommen praktisch ständig in unserer direkten Umgebung vor. Ihre Artenzahl wird auf über 1 Millionen geschätzt, wobei aber nur ein geringer Teil von Ihnen als gesundheitlich bedenklich einzustufen ist.

Ob ein Schimmelpilz dem Menschen gefährlich werden kann, liegt vor Allem an der Konzentration der Schimmelpilzsporen (Koloniebildende Einheiten = KBE) und natürlich an der Art des Schimmelpilzes. Als bedenklich werden hier die Patogenen Keime – krankheits- fördernde Keime – eingestuft, die giftige Stoffe, sog. Mykotoxine abgeben.

Besonders für Risikogruppen, wie chronisch Kranke, Allergiker, Kinder, Schwangere und ältere Personen können Schimmelpilze gefährlich werden. Krankheitssymptome sind u. a.:

Müdigkeit, Nasen-, Bindehaut- und Halsreizungen, Husten und Kopfschmerzen.

Eine der möglichen gesundheitlichen Reaktionen unseres Körpers auf eine erhöhte Schimmelpilzkonzentration im Innenraum ist das Auftreten von Allergien, die durch das Einatmen von Sporen ausgelöst werden. Es wird angenommen, dass grundsätzlich alle Schimmelpilze in der Lage sind, bei empfänglichen Personen allergische Reaktionen auszulösen.

Schimmelpilze wachsen und gedeihen immer dort, wo erhöhte Feuchtigkeit auftritt und organische Stoffe wie z. B. Gipskarton, Holz, Tapete etc. als Nährboden dem Pilz zur Verfügung stehen. Da praktisch jedes Gebäude über organische Stoffe verfügt, sollte das Hauptaugenmerk auf die Vermeidung, oder bei bereits bestehenden Schimmelschäden, die Ursache von Feuchtigkeitsquellen gelegt werden. Die häufigsten Ursachen von Feuchtigkeiten im Innenraum sind:

– Gebäudeundichtigkeiten wie fehlerhafte Horizontal- und Vertikalsperren

– Neubaufeuchtigkeit bei zu schnellem Bezug des Gebäudes

– Leitungs- und Hochwasserschäden

– Kondensationsschäden (Wärmebrücken z. B. in Ecken und an Betonstürzen)

– Überschwemmungen durch Regen

– Falsches Lüftungsverhalten

 

Neben der Ursachenfindung ist natürlich ein weiterer wichtiger Punkt das Bekämpfen und Entfernen des Schimmels. Grundvoraussetzung für den Erfolg einer Sanierung ist die Beseitigung der Ursache, die zu dem Auftreten des Schimmelpilzwachstums geführt haben. Das Ziel der Schimmelpilzsanierung muss die vollständige Beseitigung der Schimmelpilzsporen sein, denn nur das Abtöten von Schimmelpilzen ist nicht ausreichend, da auch die abgetöteten Sporen allergisch wirken können. Befallene Materialien wie Gipskartonplatten, Tapete oder Putz sollten vollständig demontiert werden, bei glatten Oberflächen wie Fliesen, Glas oder Metall kann eine Reinigung mit Wasser und Haushaltsreinigern ausreichen. Silikonfugen in Feuchträumen wie Badezimmern oder Küchen sollten entfernt und durch fungizide (Pilzhemmende) Materialien ersetzt werden. Bei größeren Schimmelschäden sollte die Beseitigung stets durch eine Fachfirma durchgeführt werden, bei kleineren Schäden bei denen kein Risiko für gesunde Personen zu erwarten ist, können diese auch selbst saniert werden. Der erste Schritt bei der Bekämpfung des Schimmelpilzes sollte der eigenen Sicherheit gelten, d. h. das Tragen von Schutzkleidung wie Handschuhen, Staubschutzbrille und Atemschutzmaske. Oberflächlich befallene kleinere Stellen feucht abwischen, ggf. mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter (HEPA-Filter) absaugen und die Flächen mit 70-80 %-igem Ethylalkohol (z. B. Brennspiritus) behandeln (Brand- und Explosionsgefahr, gut lüften, kein offenes Feuer!).

Aber auch hier gilt: lassen Sie sich von einem Fachmann beraten!

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