Putz- und Farbschäden – Tipps bei der Renovierung

Das Haus oder die Wohnung wurde gerade aufwendig innen oder außen renoviert, die alte Farbe und der alte Putz hatten ihre Schuldigkeit getan, das Haus sollte in einem neuen und modernen Glanz erscheinen. Aber bereits nach einigen Wochen oder Monaten die gleichen Schäden wie vor der Renovierung. Für viele Haus- und Wohnungsbesitzer ein Schreckensszenario, welches sich leider immer wiederholt. Doch was sind die Ursachen?

Wie bei fast jedem Schadensbild können die Ursachen auch hier vielfältig sein. Oftmals sind fehlende Kenntnisse über die einzelnen Materialien die Ursache, Fehler bei der Verarbeitung oder Schäden an den Untergründen. Eines der häufigsten Gründe sind Feuchtigkeit, ungenügende Untergrundvorbehandlung und/oder Verarbeitungsfehler.

Gerade bei feuchten, salzbelasteten Wänden ist eine Renovierung sehr aufwendig. Salze aus dem Erdreich (u. a. Sulfate, Nitrate, Chloride) werden mit der Feuchtigkeit aufgrund fehlender oder defekter Feuchtigkeitssperren ins Mauerwerk transportiert. Bei der Verdunstung der Feuchtigkeit an der Mauerwerksoberfläche kristallisiert das Salz aus, wobei die typischen Putz- und Farbschäden entstehen. Ist der Schaden und die Ursache der Feuchtigkeits- und Salzbelastung erkannt, die Trocknung der feuchten Bauteile in die Wege geleitet, könnte man meinen, dass einer Renovierung nichts mehr im Wege steht. Doch leider ist dem meist nicht so. Denn: Feuchtigkeit und Salze können zwar nicht mehr von außen ins Mauerwerk gelangen, doch oftmals dauert es Monate oder gar Jahre bis die feuchten Wände abgetrocknet und die Salze „rausgewandert“ sind.

Aber auch bei der Untergrundvorbehandlung werden oft Fehler gemacht. Der häufigste ist sicherlich das Reinigen der Oberfläche oder das Fehlen einer geeigneten Grundierung. Vor Allem bei stark saugenden Untergründen ist eine Grundierung unbedingt erforderlich. Als Grundierung eignet sich z. B. Tiefengrund LH (lösungsmittelhaltig) und Tiefengrund LF (lösungsmittelfrei). Beide Grundierungen eignen sich für innen und außen, doch wird die lösungsmittelhaltige Variante wegen der Geruchsbelästigung nur im Außenbereich eingesetzt. Der Tiefengrund hat hier vielfältige Vorteile: er festigt poröse, mürbe Untergründe und reguliert das Saugverhalten von mineralischen Untergründen wie Zement, Putz, Beton, Mauerwerk etc.. Für glatte und nicht saugende Untergründe sind sog. Aufbrennsperren zu verwenden. Aufbrennsperre, ist eine lösemittelfrei, schnell trocknende Haftbrücke die sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden kann. Gerade für Heimwerker ist das Auftrage einer Grundierung eher zweitrangig, doch gilt hier ganz klar: grundieren, grundieren, grundieren – vorher, zwischendurch und zum Schluss noch einmal. Denn die Folgen von ungenügender Untergrundbehandlung sind nicht nur ärgerlich, sondern meist auch sehr teuer.

Nicht nur beim Innenputz werden Verarbeitungsfehler begangen, auch der Außenputz ist ein beliebter Fehlerpunkt. Neben der Grundierung ist besonders auf Mallorca die Verarbeitungszeit sehr wichtig. Die meisten Hersteller geben Verarbeitungstemperaturen von +5 bis +25 °Celsius vor. Zudem sollte eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Bei zu hohen Temperaturen und/oder direkter Sonneneinstrahlung, oder auch starkem Wind, kommt es dann zum „Verbrennen“ des Putzes. Der feucht aufgebrachte Außenputz trocknet zu schnell aus, der Putz bekommt Risse oder löst sich gar großflächig ab. Hilfreich ist hier das Abdecken des frisch aufgebrachten Fassadenputzes mittels Folien, oder das regelmäßiges „Nässen“ mit einem Schlauch um zu schnelles Abtrocknen zu vermeiden!

Doch wie immer gilt auch hier: Fragen Sie den Fachmann Ihres Vertrauens!

 

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