Horizontal- und Vertikalsperren gegen Feuchtigkeit

Obwohl die Bauschäden durch eindringende Feuchtigkeit in Gebäuden immer weiter zunehmen, wird ungeachtet dessen immer noch häufig auf Feuchtigkeitssperren wie Horizontalsperren und Vertikalsperren im Neubau verzichtet. Oftmals werden diese Arbeiten aus Kostengründen gemieden, oftmals fehlt das Wissen um die Wichtigkeit aber auch um die Ausführung dieser Abdichtungsarbeiten. Gerade auf Mallorca werden diese Bauwerksabdichtungen bei Neubauten unzureichend oder teilweise auch überhaupt nicht ausgeführt. Dabei stehen die Kosten für diese Arbeiten bei einem Neubau in keinem Verhältnis zu den Kosten die entstehen, sobald Feuchtigkeit ins Gebäude eintritt. Eine Nachträgliche Abdichtung ist meist mit höheren finanziellen Belastungen verbunden, als für eine Neubauabdichtung veranschlagt werden. Neben den eigentlichen Arbeiten zur Abdichtung kommen dann meist noch Renovierungs- und Rekultivierungsarbeiten hinzu. Diese können u. a. sein:

– Putz- und Malerarbeiten

– Schimmelsanierung

– Wiederherstellung von Garten- und Pflasterflächen bei Abdichtung von Außen

– Ggf. Neuverlegen von Abwasserrohren etc

 

Was hier auf Mallorca oftmals noch vernachlässigt wird, gehört in Deutschland bereits seit vielen Jahren zum Standard. Die DIN 18195 regelt in Deutschland die Abdichtungsmaßnahmen bei Erdberührten Bauteilen, in Spanien ist dies die CTE, die allerdings eher Empfehlungen ausspricht.

Horizontal- und Vertikalsperren können auf vielerlei Weisen hergestellt werden. Die Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit besteht meistens aus Bitumenbahnen oder dicken Folien. Diese müssen auf einer glatten Unterlage (z. B. der Mörtelschicht) verlegt werden, und es ist darauf zu achten, dass sich die Bahnen an den Stößen ausreichend überlappen. Bei nicht unterkellerten Gebäuden werden diese Sperren meist auf der Bodenplatte und in der ersten Mauerwerksschicht eingebaut, bei unterkellerten Gebäuden zusätzlich noch unterhalb der Kellerdecke. Die Kosten für diese Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit liegen je nach Material unter 1.- Euro pro laufenden Meter. Besonderes Augenmerk sollte man zusätzlich aber noch auf die Verarbeitung und den Einbau der Betonfundamente und Bodenplatte legen. Hier sollten alle Bauwerksteile aus Beton die Kontakt mit dem Erdreich haben aus WU-Beton (Wasserundurchlässig) bestehen.

Bei Vertikalsperren werden meistens Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen verwendet. Diese Beschichtung wird 2-lagig mit einer Innen liegenden Gewebeschicht hergestellt. Hier ist vor Allem der Untergrund zu überprüfen. Dieser muss glatt und staub- und fettfrei sein, um eine gute Haftung zu garantieren. Die Bitumendickbeschichtung (KMB) wird mit einer Maurerkelle und einem Glätter aufgebracht, die Verarbeitung ähnelt der eines Putzes. Weitere Möglichkeiten von Vertikalsperren sind die Abdichtung durch mineralische Dichtungsschlämmen (vor Allem bei Betonwänden), oder durch abkleben mit Bitumenschweißbahnen.

Bei der Abdichtung von Erdberührten Bauwerken, wie z. B. Kellern, muss man noch auf die verschiedenen Lastfälle achten, die sind:

– nichtstauendes Sickerwasser

– aufstauendes Sickerwasser

– drückendes Wasser

 

Diese Lastfälle sind entscheidend für die Abdichtungsmaßnahmen. So reichen z. B. bei drückendem Wasser wie Grundwasser oder Schichtenwasser herkömmliche Abdichtungsmaßnahmen alleine nicht aus. Hier unterscheidet man unter der weißen Wanne oder der schwarzen Wanne. Bei der weißen Wanne werden die wasserberührten Bauteile ( Fundamente, Bodenplatte und aufsteigende Wände) aus WU-Beton hergestellt. Bei der schwarzen Wanne wird von außen mittels verschweißter Bitumenbahn oder Bitumendickbeschichtung abgedichtet. Bei beiden Möglichkeiten muss aber noch auf eine funktionstüchtige Drainage geachtet werden, die die Feuchtigkeit schnellstmöglich vom Haus abtransportiert.

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