Holzschädlinge

Holzwurm und Co können große Schäden an Gebäuden anrichten

„Als Holzschädlinge bezeichnet man Organismen, die aufgrund Ihrer Eigenschaften in der Lage sind Holz zu schädigen oder zu zerstören. In der Regel geschieht dieses im Rahmen der Nahrungsaufnahme oder dem Bau einer Wohn- und Brutstätte.“

Bei den Holzschädlingen muss man in zwei Kategorien unterscheiden:

den tierischen (Insekten) und den pilzlischen (versch. Pilzarten) Schädlingen.

Der bekannteste unter den tierischen Holzschädlingen ist der Gemeine oder Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum), besser bekannt unter der Bezeichnung „Holzwurm“. Der Nagekäfer ist ein sog. Trockenholzschädling und befällt nur verbautes Holz, also kein frisches Holz (lebende Bäume). Der Schädling der oftmals fälschlicherweise als Holzwurm (aufgrund der Aktivität und Aussehens der Larven) bezeichnet wird, ist grundsätzlich flugfähig und kann sich fliegend neue Eiablageplätze suchen. Da die Larve des Käfers eine Mindestholzfeuchtigkeit von mehr als 10 % benötigt und kühle Orte bevorzugt, kommt er selten in beheizten Räumen vor. Ob dieser Nagekäfer im Holz seine Wohn- oder Brutstätten baut oder baute, ist meist optisch leicht an den kleinen Fraßlöchern zu erkennen. Helle Löcher sind ein Zeichen für eine Aktivität des „Holzwurms“. Um sicher zu gehen, kann man einen einfachen aber sicheren Trick anwenden: Man nimmt ein schwarzes oder dunkles Blatt Papier und legt es unterhalb der Löcher. Sollte der Holzwurm noch aktiv sein, wird sich nach einigen Tagen Holzstaub auf dem Blatt anfinden.

Bei den pilzlichen Holzschädlingen ist der Echte Hausschwamm der bekannteste neben dem Braunen Kellerschwamm und dem Weißen Porenschwamm. In Deutschland ist vor Allem der Echte Hausschwamm noch in einigen Bundesländern meldepflichtig. Da er die Zellulose der Holzsubstanz zerstört, ist er sehr kritisch einzustufen. Durch die Zerstörung der Zellulose kann ein statisches Problem im Gebäude (Dachstuhl, Fachwerk, Holzböden) entstehen, sodass ein schwerer Baumangel die Folge ist. Der Pilz kann sogar Mauerwerk, Putz oder Beton durchwachsen, und ist daher sehr schwer zu bekämpfen. Da er oftmals im Verborgenen wächst (unter Holzböden, in Deckenschüttungen), kann er vom Fruchtkörper seine Stränge über 10 m wachsen lassen. Zu erkennen ist der Pilz am rostbraunen Fruchtkörper und einem weißlichen Rand.

Bei der Holzschädlingsbekämpfung muss man unter den Schädlingen und deren Eigenschaften unterscheiden. So ist eine Bekämpfung von leichtem Befall sowohl beim tierischen als auch beim pilzlichen Schädling möglich. Bei geringem Befall von Holz durch z. B. den Echten Hausschwamm, müssen die befallen Bauteile (Holzbalken, Putz, Tapete, etc.) demontiert werden. Bei großflächigem Befall ist oftmals nur ein kompletter Rückbau oder Austausch des befallenen Bauwerks möglich. Bei den tierischen Holzschädlingen ist die Möglichkeit der Bekämpfung umfangreicher. Hier unterscheidet man unter folgenden Verfahren:

– Chemische Holzschädlingsbekämpfung durch Behandlung der Oberfläche oder durch Bohrlochinjektion

– Begasung

– Heißluftverfahren

 

Gerade bei der Chemischen Behandlung ist äußerste Vorsicht geboten, da chemische Holzschutzmittel auch den menschlichen Organismus angreifen können. Auch bei der Begasung muss die Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter gewährleistet werden. Hier unterscheidet man unter Gasen mit hoher toxischer (giftiger) Wirkung, und Gasen, die überwiegend erstickend wirken. Die sicherste und auch für Menschen ungefährlichste Methode zur Bekämpfung von tierischen Holzschädlingen ist das thermische Verfahren oder auch Heißluftverfahren. Hier werden die Holzbauteile auf 55 °C im Inneren erhitzt, wobei sämtliche Eier, Larven, Puppen und Käfer abgetötet werden.

Tipp: Kleinere Möbelstücke die von tierischen Holzschädlingen befallen wurden für einige Stunden in die Sauna stellen und auf 55 °C im Inneren

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