Feuchte Mauern, Nasse Keller

Ursachenfindung und –Ursachenbehebung von Feuchtigkeit

Eines der häufigsten Schadensbilder bei Gebäuden sind Feuchtigkeitskränze, Anstrichablösungen und zerstörter Putz. Die Ursache ist in den meisten Fällen eindringende Feuchtigkeit hervorgerufen durch einen hohen Grundwasserspiegel, Schichten- oder Hangwasser, aufsteigende Feuchtigkeit. etc.. Bei älteren Gebäuden sind in der Regel die horizontalen (z. B. Dachpappe, Folien etc. gegen aufsteigende Feuchtigkeit) und / oder vertikalen Sperrschichten (bituminöse Beschichtung z. B. Dickbeschichtung oder umgs. Elefantenhaut) beschädigt oder zerstört. Bei Neubauten dagegen sind meist bauliche Mängel oder ein zu früher Bezug die Ursache für die Feuchtigkeit. Da in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus bis zu 80.000 Liter Wasser verbaut werden, können bis zu 3 Jahren vergehen, bis die Mauern, Betonböden etc. auf Ihre Restfeuchte ausgetrocknet sind.

Sollte eines der oben angegebenen Lastfälle zutreffen, ist es enorm wichtig als erstes den Grund für die Feuchtigkeitsprobleme herauszufinden. Neben einer optischen Begutachtung sollte man auch eine Feuchtigkeitsmessung mit geeigneten Messinstrumenten durchführen lassen. Fachfirmen verfügen meistens über sog. zerstörungsfreie Messverfahren wie Dielektrizitätsmessgeräte, die oberflächlich angewandt werden und Rückschlüsse auf Feuchtigkeitsgrad und Feuchtigkeitshöhe (sog. Wassersäule) geben können. Weitere Messverfahren sind z. B. die Leitwertmessung (Widerstandsmessung) CM – Messung (Kalziumcarbid), Mikrowellentechnik, Darr-Verfahren oder Neutronentechnik. Da viele dieser Verfahren nicht auf jeden Baustoff anwendbar sind, sollte man sich vom jeweiligen Fachmann Vor- und Nachteile erklären lassen. Zudem gehört zu jeder Schadensanalyse auch ein Protokoll. In diesem Protokoll sollte neben der optischen Begutachtung durch Bebilderung auch ein Messprotokoll mit Erklärungen gehören. So ist man im Nachhinein noch in der Lage Rückschlüsse auf nicht sichtbare oder versteckte Schäden schließen zu können, oder auch auf eine falsche Interpretation der Schäden. Eine falsche Interpretation oder falsche Analyse des Problems kann natürlich auch zu erheblichen Kosten führen, wenn der Patient „Haus“ eine falsche Diagnose und damit auch falsche Behandlung erhält. Daher sollten neben den eindringenden Feuchtigkeitsarten auch die Möglichkeit von Hygroskopischer- und die Kondensfeuchtigkeit bei der Analyse mit abgeklärt werden. Hier ist es dringend Notwendig bei einer Feuchtigkeitsanalyse mit den entsprechenden Messverfahren, auch die Oberflächentemperatur der Wände, die Temperatur der Innen- und Außenluft, sowie der Luftfeuchtigkeitswerte im Außen- und Innenbereich zu messen und miteinander zu vergleichen. Putz- und Farbschäden können bei unzureichenden Schadensanalysen falsch gedeutet werden, wenn der Schaden z. B. durch eine Wärmebrücke (umgs. Kältebrücke) herrührt.

Ist die Ursache für die Feuchtigkeit gefunden, muss man sich für die „Richtige“ Lösung entscheiden. Hier ist für jeden Schadensfall auch eine individuelle Sanierung notwendig. Bei defekten (Altbau etc.) oder nicht vorhandenen Sperrschichten (z. B. beim Neubau) unterscheidet man in verschiedene Lastfälle: in Bodenfeuchte, Nichtstauendes Sickerwasser, aufstauendes Sickerwasser oder Grundwasser. Zudem ist es wichtig zu wissen, welcher Baustoff verwandt wurde oder wird, und wie der Untergrund der Umgebung des Hauses beschaffen ist (Felsen, Lehmboden, etc.). All diese Punkte sollten in die Entscheidung der Sanierungsmethode mit einfließen.

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