Eine (fast) unglaubliche Geschichte – ein „Rohrbruch“ mit Folgen

Beim Erwerb eines Hauses ist es üblich und vorgeschrieben eine so genannte Gebäudeversicherung und Hausratversicherung abzuschließen. Sollten Rohrbrüche und Überschwemmungen vorfallen, oder auch ein Blitz im Gebäude einschlagen, übernehmen die Versicherungen im Normalfall hier die Kosten die durch die Schäden entstehen. Im Fall eines Rohrbruchs übernimmt die Versicherung auch die Lokalisierung des Schadens sowie die spätere Behebung. Gerade aber bei einer gebrochenen Abwasserleitung unterhalb von der Betonbodenplatte oder Fliesen, ist eine visuelle Ortung nur selten möglich. Hier kommen dann meist Spezialfirmen mit einer Rohrbruchortungskamera zum Einsatz, die von der Versicherung bestellt werden.

Bei dem jetzt beschriebenen Fall hat die Eigentümerfamilie vor Wochen feststellen können, dass sowohl Innen- als auch Außenwände in kürzester Zeit immer feuchter wurden. Der damalige Bauunternehmer, mittlerweile ein Freund der Familie, konnte sich auch nicht erklären, warum das erst 8 Jahre alte Gästehaus so feucht war. Daraufhin wurde die Versicherung informiert, die dann kurzfristig einen Gutachter schickte, der nach visueller Begutachtung entschied, einen Installateur zu beauftragen. Der Installateur sollte das gefundene und für den Schaden verantwortliche Rohr öffnen und reparieren. Nachdem der Installateur ein ca. 1 qm großes Loch in die Außenwand des Gebäudes schlug, musste er allerdings feststellen, dass dieses Rohr gar kein Abwasserrohr war, sondern lediglich Stromleitungen führte. Wo er aber schon einmal da war, stemmte er kurzerhand im Innenraum Fliesen und Betonboden auf und legte einen im Haus integrierten Schacht frei. Dieser war wie zu erwarten mit Fäkalien gefüllt. Daraufhin wurde ein Pumpenwagen beauftragt, der das Kanalsystem auspumpen sollte, damit die Reparatur der Rohrleitungen fortschreiten kann. Der Pumpenwagen kam, verlegte seine Rohrleitungen und wollte die Fäkalien aus dem Abwassersystem in den Wagen abpumpen. Meistens kommt es jedoch anders als man denkt, denn die „Spezialfirma“ pumpte den Inhalt ihres Wagens in das Gebäudeinnere. Wie man sich vorstellen kann, eine Riesen „Schweinerei“. Doch anstatt das Gebäude umgehend zu reinigen, wurde wieder einmal ein Gutachter bestellt, der den nun neu entstandenen Schaden aufnehmen sollte. Als der Gutachter nun einige Tage später erschien um den Schaden aufzunehmen, sagte er natürlich eine umgehende Reinigung durch eine auf Reinigung und Desinfektion spezialisierte Firma zu. Diese erschien auch einige Tage später: 3 Putzfrauen im Trainingsanzug und natürlich ohne Desinfektionsmittel. Nach 3 Tagen putzen, waren jedoch immer noch Fäkalien und Verschmutzungen an allen Gebäudeteilen und Interieur zu erkennen. Da das Haus nun unbewohnbar war, die Hausbewohnerin zudem auch noch hochschwanger, wollten die Hauseigentümer nun nicht mehr hilflos zuschauen und beauftragten einen Rechtsanwalt, der sich nun der Sache annehmen sollte. Leider erreichte er nichts, und die Familie entschied sich die Sache nun selbst in die Hand zu nehmen, und bestellte auf eigene Kosten eine Firma die per Kamera das Abwassersystem untersuchen sollte. Natürlich kam auch diese 3 Tage später als vereinbart. Und natürlich hatte die Kamera nach einigen Untersuchungen einen Defekt, sodass diese erst einige Tage später beendet werden konnte. Das Ergebnis: der Abwasserkanal endet ca. 1,5 m vom Haus entfernt im Erdboden. Es ist einfach „vergessen“ worden, den Kanal anzuschließen. Da es sich jetzt nicht mehr um einen Versicherungsfall handelt, sondern um Baupfusch, wurde der Bauunternehmer, wie gesagt ein Freund der Familie, darüber umgehend informiert. Nach der Besichtigung durch den Verursacher sollte man meinen, dass dieser umgehend aus Garantiegründen oder auch aus Kulanz diese Arbeiten nachträglich erledigt, um dem Martyrium nun endgültig ein Ende zu setzen. Und natürlich sagte er eine schnelle Behebung zu, gegen Bezahlung. Nach nun fast 3 Monaten, zahllosen Besuchen von Firmen, Rechtsanwälten, und Sachverständigen ist das Haus immer noch unbewohnbar!

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