Barrierefreies Wohnen – Altersgerechtes Wohnen

Viele Deutsche erfüllen sich Jahr für Jahr den Wunsch Ihren Altersruhesitz in den Süden zu verlegen. Ein neues Haus, eine Wohnung zur Miete oder Kauf soll den Lebensabend verschönern.

Allerdings wird hier oftmals vergessen – oder auch verdrängt, dass das Leben im Alter nicht immer ohne Komplikationen verläuft. Ein Unfall, ein Herzinfarkt oder auch ein Schlaganfall bedeuten einen großen Einschnitt in die Lebensqualität. Ca. 1,3 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland sind pflegebedürftig und erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 150.000 Menschen an einem Schlaganfall. Jeder dritte über 65 Jahren stürzt mindestens einmal jährlich, bei den über 85-jährigen sind es bereits mehr als die Hälfte.

Gerade bei dem Neubau eines Hauses muss daher großen Wert auf barrierefreies Wohnen gelegt werden. Dies beginnt bereits mit der Planung des Gebäudes. Das Haus sollte ohne Schwellen oder Stufen zu betreten sein. Ist dies nicht möglich sein, muss darauf geachtet werden, dass eine Rampe mit einer Steigung von weniger als 7 % nachrüstbar ist (max. Länge ca. 6 m). Im Bereich der Wohnung sollten alle Räume auf einer Ebene ohne „Stolperfallen“ und Stufen zu begehen sein, die Türen ein lichtes Maß von mindestens 90 cm haben. Wenn man bedenkt, dass ein Rollstuhlfahrer für eine 180 ° Drehung einen Platzbedarf von ca. 150 cm hat, sollte die Breite von Fluren diesen auch nicht unterschreiten. Wichtig in der Planung eines Gebäudes ist ebenso, wie und wo Steckdosen und Lichtschalter angebracht werden. Idealerweise sind Lichtschalter in einer Höhe von ca. 1,00 – 1,05 m anzubringen, großflächige Tasten sind hier zu bevorzugen. Besonders stark müssen die sanitären Einrichtungen und die Küche mit in die Planungen einfließen. Türen zu Bad und WC sollten immer nach Außen aufgehen, und die Größe des Raumes dem Bedarf eines Rollstuhlfahrers angepasst werden. Auch auf die Höhen von Waschbecken und WC ist zu achten. Das Waschbecken ist in einer Höhe von ca. 80-85 cm anzubringen, sodass dieses im Fall einer Erkrankung mit einem Rollstuhl unterfahrbar ist. Für die Küche ist eine funktionsgerechte Planung von großer Bedeutung. Die Hauptarbeitsfläche und die Wasserzapfstelle (Spülbecken) sollten so eng wie möglich beieinander liegen. Auch zu hohe Hochschränke sollten vermieden werden, sodass wichtige Küchenutensilien auch ohne Hilfe dritter zu erreichen sind.

Beim Kauf eines bereits bestehenden Gebäudes oder Wohnung, ist es komplizierter diese auf die Bedürfnisse im Alter oder einer möglichen Behinderung umzubauen. Hier müssen meist räumliche Veränderungen vorgenommen werden, die oft in die Statik des Gebäudes eingreifen. Daher sollte bereits bei der Besichtigung des Gebäudes eine genaue Untersuchung stattfinden, ob und in wie weit Umbaumaßnahmen möglich sind. Zu beachten sind auch die Zugangsmöglichkeiten von der Straße, die Bodenbeläge (Rutschfestigkeit etc.) und die Anordnung der einzelnen Räumlichkeiten (Bad/WC, Küche und Aufenthaltsräume auf einer Etage, etc.). Hier ist eine großzügige Grundfläche von Vorteil.

Bei Mietwohnungen ist ein Umbau meist nicht möglich. Daher muss man gerade hier besonders auf die Wohnungsstruktur achten. Beispiele: Steht ein Fahrstuhl zur Verfügung, sind die Bodenbeläge trittsicher und rutschfrei, sind die Austritte zu Balkon oder Terrasse schwellenfrei, ist das Badezimmer groß genug – auch evtl. für einen Rollstuhl, etc.

Tipp: Erstellen Sie sich eine Checkliste, in der Sie Ihre Bedürfnisse auflisten und vergleichen Sie diese mit Ihrem Haus oder Wohnung. Sollten Sie dann keine Bedenken für ein barrierefreies Wohnen in Ihren eigenen vier Wänden haben, können Sie sorgenfrei auch an morgen denken.

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